|
Seite 6 von 6
Im Gerichtssaal dabei
Wir, Melanie, Marius und Patrick, nutzten unser Praktikum, um
uns näher mit der Arbeit der Juristen vertraut zu machen.
Während Melanie bei einem Rechtsanwalt war, arbeitete Marius bei einem Notar
und Rechtsanwalt und Patrick bei einem betreuenden Rechtsanwalt.
Mein Arbeitsplatz
Mein Praktikum fand bei einem Rechtsanwalt und Notar statt und war dadurch ein normaler Bürojob. Mein Arbeitsplatz bestand aus einem Schreibtisch mit Computer, Linealen, Stiften, Stempeln, etc., eben alles, was auf einen Schreibtisch gehört.
In meinem für mein Praktikum gewählten Job ist höchste Sorgfalt angesagt, weil der kleinste Fehler zu größtem Schaden führen kann. Für diese Schäden haftet dann der Notar, doch zur Sicherheit hat der Notar die Pflicht, sich eine Haftpflichtversicherung zuzulegen.
Ein Notar hat meistens einen Notariatsgehilfen, dieser macht, was auch ich in meinem Praktikum machen musste. Er bereitet Termine vor und legt die Akten an, nimmt Telefongespräche entgegen, formuliert die Schreiben, die der Notar dann noch prüfen und unterschreiben muss, und bereitet die Urkunden oder Verträge vor und legt Vorlagen im Computer für rechtliche Schreiben an.
Die eigentliche Arbeit des Notars besteht darin, mit den Mandanten zu reden, wobei er jedoch keine Tipps geben darf, die einer Partei Vorteile verschafft, weiterhin arbeitet er mit ihnen zusammen den Inhalt der Urkunde oder des Vertrages im Groben aus. Die Urkunde oder der Vertrag wird dann vom Notariatsgehilfen in eine ordentliche Form gebracht. Die Urkunden müssen gebunden und beurkundet werden, d. h. die Parteien und der Notar müssen unterschreiben und erst dann ist die Urkunde oder der Vertrag rechtskräftig. Abschließend wird alles mit dem Siegel des Notars gesiegelt.
Das gleiche gilt für die beglaubigten Fotokopien des Originals, welche an die Mandanten und an die verschiedenen Ämter gesendet werden. Aufgaben des Notars sind zum Beispiel auch Testamente zu beurkunden, Erbscheinsanträge aufzunehmen und an das zuständige Amt zu schicken, Beglaubigungsschreiben anzufertigen, Kaufverträge zu beurkunden, Wertgegenständen und Geld zu verwahren, behördliche Genehmigungen einzuholen, Urkundenentwürfe anzufertigen und alles, was der Notariatsangestellte anfertigt, zu prüfen.
Der Notariatsgehilfe erstellt außerdem noch Kostenrechnungen, was jedoch streng in einer Vorschrift, der Kostenordnung, geregelt ist. Die Kostenordnung ist in Abhängigkeit zum jeweiligen Geschäftswert des Vorganges geregelt, also nicht wie beim Rechtsanwalt, der eine Gebührenspanne gemäß dem RVG hat und daneben auch die Möglichkeit hat, mit dem Mandanten ein Honorar zu vereinbaren.
Auf mich bezogen, musste ich die Arbeit des Notariatsgehilfen mit übernehmen. Er ist es auch, der mir alle Sachen erklärte und zeigte. Auch zu meinen Aufgaben gehörte das Aktensortieren, aber das war nur halb so wild und schließlich muss es ja auch mal gemacht werden.
Berufserkundung
Der Beruf, den ich während meines Praktikums ausübte bzw. beobachtete, nennt sich Rechtsanwalt. Um diesen Beruf erlernen zu können, benötigt man ein Jura-Studium, welches sich über 12 Semester erstreckt. Während des Studiums werden, wenn überhaupt, nur Präzedenzfälle behandelt. Um ein Jura-Studium absolvieren zu können, benötigt man ein Abitur mit einem Numerus clausus von 2.
Für diesen Beruf benötigt man keinerlei körperliche Fähigkeiten, aber man benötigt um so mehr geistige Fähigkeiten z.B. Schlagfertigkeit, Kombinationsvermögen und natürlich ein gewisses Redetalent.
Darüber hinaus benötigt man auch soziale Fähigkeiten, um auch mit schwierigen Mandanten umgehen zu können und diese auch neutral zu behandeln.
Momentan ist die Berufslage schlecht, da es einen großen Juristenschwamm gibt und immer mehr Anwälte ihre Kanzleien schließen müssen, weil sie keine Aufträge mehr erhalten.
Im Anwaltsberuf kann man sich auf viele Dinge spezialisieren z.B. gibt es Scheidungsanwälte, Strafrechtsanwälte, Zivilrechtsanwälte u.s.w.
Um eine gute Berufschance zu haben, sollte man ein Diplom und am besten schon ein Berufspraktikum bei einem Rechtsanwalt absolviert haben und schon ein bisschen in den Beruf „reingeschnuppert‘‘ haben.
Wenn man ein Bewerbungsgespräch hat, sollte man auf jeden Fall nett und höflich sein und nicht nur verkrampft auf dem Stuhl sitzen, man sollte selbstsicher sein, da dies in vielen Berufen verlangt wird, ganz besonders im Beruf des Rechtsanwalts.
Dort kommt es darauf an, selbstsicher zu sein und sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Man kann auch den Beruf des Rechtsanwalts - und Notariatsfachangestellten (RENO) ergreifen.
Diesen Beruf kann man auch mit der mittleren Reife anstreben.
|