Geschichtsunterricht `mal anders
Mittwoch, d. 12.11.08
Letzten Montag, den 10.11.08, wurde es im Geschichtsunterricht sehr spannend, ruhig und konzentriert in zwei der zehnten Klassen. Denn:
Herr Bab, Überlebender dreier Konzentrationslager, besuchte uns im Unterricht. Zuerst sahen wir die Dokumentation „Zeitabschnitte des Werner Bab“ von Christian Ender. Dort wurde uns eindrucksvoll seine Lebensgeschichte nahe gebracht. 
Danach kam Herr Bab persönlich mit seiner Frau. Der 86-Jährige forderte uns freundlich dazu auf, Fragen zu stellen und keine Hemmungen davor zu haben. Shari stellte noch etwas unsicher die erste Frage: „Herr Bab, wie alt waren sie eigentlich als sie ins KZ kamen?“. Seine Frau leitete das Gespräch und wiederholte unsere Fragen, weil Herr Bab nach zwei Schlaganfällen und wegen seines Alters schon etwas schwerhörig ist. „Ich war 16, also etwa in eurem Alter“, erzählte er uns mit geschlossenen Augen.
Der Berliner berichtete uns vom Alltag im KZ Auschwitz. Dennis Frage, ob dort soziale Kontakte entstehen konnten, verneinte Werner Bab. Denn ein großes Problem war die Verständigung unter den Häftlingen, aufgrund der verschiedenen Nationalitäten.
Der, wegen seines jüdischen Glaubens, Deportierte hatte besondere Aufgaben und daraus entstehende Vorteile. Ein befreundeter Funktionshäftling gab ihn den Hinweis, dass er im Kommando „Hundepfleger“ arbeiten könne, erinnert sich der Zeitzeuge. Sein Leben hat sich, auch nach dem Aufenthalt in Auschwitz, Mauthausen und Ebensee, verändert.
Der wissbegierige Schüler Stefan aus der 10.2 fragte, ob Herr Bab noch heute Alpträume habe. „Ja ich habe jetzt besonders im fortgeschrittenen Alter vermehrt welche“. Besonders interessant fanden die Schüler seinem Umgang mit dem Tod. Herr Bab meinte, in Auschwitz habe man nichts zu verlieren gehabt. Noch heute hat der Überlebende keine Angst vor dem Sterben.
Insgesamt wurden 4 Millionen Menschen in Auschwitz ermordet.
Nur mit viel Glück konnte Herr Bab überleben.
Heute ist sein Ziel, vor Rechtsradikalismus und seinen Folgen zu warnen.
Laura Bader
Anika Zerche (10.1)
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